Letzte Aktualisierung: 01.09.2014

 

 

 

Und wieder bin ich beim Basteln an die Grenzen meiner gedanklichen Strukturierung gestossen. Wenn man sich mit Antispeziesimus und Animal Ethics beschäftigt, dann gelangt einem zunehmend die gesamte Philosophie und Ethik in den erweiterten Blickwinkel. Und einsortieren lässt sich das Ganze thematisch entsprechend schwer.... Ich hatte einen Abschnitt über 'Tiere und Bewusstsein' (den ich wohl besser 'Animal Ethics' genannt hätte) und in dieses Thema spielen immer erweiterter natürlich auch Fragen hinein, die das Bewusste Sein allgemein und Fragen von allgemeinen  Werten - über die Tierrechtsfragen hinaus - betreffen.

Viele philosophisch und ethisch relevante Fragen und Diskussionspunkte werden in den unter 'Speziesismus' verlinkten Artikeln und Aufsätzen abgehandelt. Die verlinke ich jetzt hier nicht erneut. Man kann trefflch darüber streiten, ob diese Zuordnung glücklich ist oder nicht - letztlich ist die Tierrechte/Tierbefreiungsdiskussion immer mit der Frage nach gesellschaftlicher Freiheit verknüpft.

 

Also versuche ich die gedankliche Strukturierung zu erweitern, indem ich zum Thema 'Philosophie und Ethik' anbaue:

 

Einen sehr umfassenden Anspruch hat die Seite 'BBC Ethics Guide'. Hier taucht erfreulicherweise 'Animal Ethics' als ein Bestandteil der Ethik auf....

 

Grundsätzliches zum Thema Philosophie und Ethik.

 

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat eine eigene Themenseite zum Thema Tierethik

(übergeordnete Seite Bioethik. Von hier geht es zu einigen interessanten Seiten zu Naturethik, Tierethik, Medizinethik,....)

 

 

Auf der Seite der 'veganen Gesellschaft Österreich' findet sich eine gute, kompakte Zusammenfassung der 'Philosophie der Tierrechte'.

 

Unsere Mitbürger - Tiere haben dasselbe Recht auf Leben und Freiheit wie wir Menschen auch: Ein Gespräch mit dem kanadischen Philosophen Will Kymlicka über seine Forderung, Tieren Bürgerrechte zu verleihen. (Zeit Online, 05.07.2012)

 

 

Martin Balluch: Kant revisited: die beste Begründung für Tierrechte

 

Natürlich spielt auch das Thema Religion im Zusammenhang mit Philosophie und Ethik eine sehr wichtige Rolle. Speziell zum Thema Religion habe ich hier etwas gesammelt.

 

Sehenswerte Vorträge (siehe auch meine Fülm-Empfehlungen):

  1. Peter Singer - Ethics Without Religion
  2. Richard Dawkins - Giving Thanks in a Vacuum
  3. Peter Singer - Ethics, Evolution & Moral Progress

 

 

 

Philosophie allgemein: Einführung in die Philosophie. ZEIT für die Schule



Auf telepolis gab es ein lesenswertes Interview mit Thomas Metzinger, der sich über die Implikationen der Hirnforschung und der Philosophie des Bewusstseins auf Fragen der Gesellschaft und der Ethik äussert (24/25.08.2014):

Teil 1: "Neuro-Bashing" als Nachfolger des "Veganer-Bashings"

Teil 2: Welt als Gehirnversuch, Unsicherheit zu reduzieren

Sehr schön un prägnant darin seine Antwort, was er unter "zivilisatorischem Standard" versteht:

«Thomas Metzinger: Ein Land ohne Todesstrafe besitzt einen höheren zivilisatorischen Standard als ein Land mit Todesstrafe. Eine Nation, in der nicht mehr gefoltert wird, hat einen höheren zivilisatorischen Standard erreicht als ein Land, in dem Träger staatlicher Gewalt menschlichen Personen vorsätzlich körperliche oder geistig-seelische Schmerzen zufügen - etwa, um sie einzuschüchtern, zu bestrafen, oder um eine Aussage zu erpressen.
Mit Blick auf diese beiden Kriterien kann man jetzt zum Beispiel ganz konkret sagen, dass China, der Iran, oder die USA einen niedrigeren zivilisatorischen Stand besitzen, als etwa Deutschland oder die anderen 96 Länder auf der Welt, die die Todesstrafe bereits vollständig abgeschafft haben. China, der Iran und die USA haben auch einen niedrigeren Standard als die Länder, in denen nicht mehr gefoltert wird. Den "Grad an Zivilisiertheit", um den es mir hier geht, kann man aber auch daran messen, wie ein Land mit Tieren umgeht, also mit nicht-menschlichen, leidensfähigen Subjekten.
Ein weiterer Indikator ist, wie sehr es die Interessen zukünftiger, also noch nicht geborener Menschen und Tiere, in ethische, rechtliche und politische Diskussionen mit einbezieht. Auch die Wahrung der Menschrechte, Friedfertigkeit und Konfliktfähigkeit oder die Ausgaben, die ein Wohlfahrtsstaat tätigt, um all seinen Bürgern den Zugang zu Bildung, Erziehung, Gesundheit und sozialer Sicherung zu ermöglichen, sind gute Beispiele für das, was ich hier mit "zivilisatorischem Standard" meine, und was weit über den bloßen ökonomischen Status hinausgeht. Genau wie die tatsächliche Realisierung der freiheitlichen Grundwerte einer Demokratie ist ein bereits erreichter zivilisatorischer Standard übrigens etwas, hinter das man jederzeit und immer wieder zurückfallen kann. Gleichzeitig ist es aber auch etwas, das man systematisch erhöhen kann. »