Letzte Aktualisierung: 28.07.2012

 

 

In Sorge, kleine Ratte....


Ein hilfloses kleines Wesen erblickt das Licht der Welt. Noch ist es ein Wurm, der das Warme sucht und nach der Milch strebt. Mit seinen Geschwistern kämpft das Würmchen um die Zitzen der treusorgenden Mutter, die ihre Kleinen wärmt und putzt und schützt. In rasender Geschwindigkeit entwickelt sich das Kleine Tier, bald wächst das Fell und schon öffnen sich die Augen. Das kleine Wesen beginnt die Welt zu erkunden, die Welt in der so viel Böses droht, in der fast alle nur den Tod des kleinen Tierchens wollen.

Ein ganz paar wenige von ihnen werden in die Hände von Menschen gelangen, die sie lieben und umsorgen, die sie hüten und beschützen bis zu ihrem viel zu frühen Tod. Doch für die überwältigende Mehrzahl von ihrer Art besteht das Leben aus Qual und Schmerz, aus Angst und Leid. Kleine Wesen sind sie, die nur das Glück erfahren wollen, die nach der Freude suchen und nur ganz, ganz selten fündig werden.
Kleine Wesen sind sie, die viel zu oft an dreckigen, stinkigen Orten aufwachsen, in ständiger Furcht und immer auf der Flucht. Vom Menschen abgrundtief gehasst, obwohl wir diese kleinen, intelligenten Tiere viel zu wenig kennen. Sie sind das Andere, das huschige, dunkle, verborgene Wesen. Dreckig seien sie und Krankheiten übertrügen sie, heisst es, sie leben in unseren Abfällen, die wir achtlos in die Gegend werfen und die wir ihnen trotz alledem nicht gönnen. Wir jagen sie mit Gift, es werden Fallen ausgelegt, an denen sie festkleben und elendig verrecken müssen. Hässlich nennen wir diese anmutigen kleinen Tiere, die nur die Abwesenheit von ein paar Haaren am Schwanz von "niedlichen" Hörnchen unterscheidet.
Sie sind uns in so vielem so ähnlich, dass wir sie zu Millionen in Labors zu Tode quälen um ab und an erhellende Erkenntnisse über uns selbst dadurch zu gewinnen. Sie sind uns so ähnlich, dass wir sogar psychische Symptome wie Depressionen an ihnen erforschen. Bei all dieser Ähnlichkeit sind sie uns doch so fremd, dass sie nicht das geringste Mitleid erwarten dürfen.
Kleine Wesen sind sie, die das Licht der Welt in Macrolon-Wannen erblicken, die nie mehr als die paar Quadratzentimeter ihres Gefängnisses kennenlernen und die Schmerzen, die ihnen im Dienst der Wissenschaft vor ihrem viel zu frühen, grausamen Tod wiederfahren.
Kleine Wesen sind sie, die in engen Käfigen als Reptilienfutter geboren werden. Geboren um zu sterben, lange bevor das Leben wirklich begonnen hat.
Ein hilfloses kleines Wesen erblickt das Licht der Welt. Würmchen, wie wird Dein Leben sein? Nur ein paar Wochen, dann wird das kleine Tier mit grosser Erwartung die grosse, weite Welt erkunden wollen. Alles Neue wird mit Neugier und mit Scheu betrachtet, beschnuppert, angenagt, gekostet. Wird Dir das Leben wohl gesonnen sein? Ich wünsche es Dir!

Die Statistik spricht dagegen...


Der Weg ist weit und es ist kalt und dunkel um Euch herum.
Der Feind ist grausam und er lauert überall.
Wo keine Hoffnung leben darf und kein Vertrauen existiert,
kein Schein am Horizont Euch Besserung verkündet,
Leckerbissen werden nur verteilt um Fallen zu präparieren,
ausgelegtes Futter ist voll Gift.
Wir verachten Euch als Dreck, als Schädlinge -
selbst darin seid Ihr uns so ähnlich,
dass wir uns in Euch nicht selbst erkennen mögen.
In Laboren werdet Ihr gefoltert,
so dass der Tod Euch als Erlösung scheint.
Gehasst werdet Ihr und Ungeziefer werdet Ihr genannt.

Wir sehen Eure Anmut nicht

Wir leugnen sie....
Ihr seid so zart, Ihr könnt so zärtlich sein.