Letzte Aktualisierung: 23.03.2012

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren der Firma KAS,

Sie bieten bei eBay u.A. Rattengift auf der Basis von Difenacoum an. Sie schreiben in der Produktbeschreibung:

Nach der Aufnahme verenden die Nager schmerzfrei

Diese Beauptung entspricht nicht der Wahrheit. Ein Tier das jaemmerlich an inneren Blutungen krepiert, verendet nicht schmerzfrei, zumal die Wirkung von Difenacoum von der aufgenommenen Dosis abhaengt. Rcihtig ist vielmehr, dass Rodentizide auf der Basis von Cumarin-Derivaten nicht unumstritten sind. So sind in Oesterreich und der Schweiz bspw keine Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Difenacoum zugelassen, d.h. Difenacoum Koeder duerfen nicht im Freien verwandt werden - sofern eine Freisetzung von Difenacoum nicht ausgeschlossen werden kann.

Das oesterreichische Bundesumweltamt bewertet Rodentizide sehr kritisch:

Die für die Praxis wichtigsten Nagetierbekämpfungsmittel – die Antikoagulantien –
sind entsprechend den vorläufigen EU-Bewertungen sehr problematisch, da entweder
Resistenzen (BIOLOGISCHE BUNDESANSTALT FÜR LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT
2006) oder umweltgefährliche Eigenschaften wie Persistenz, Bioakkumulation
und Toxizität (DGENV 2006) nachgewiesen wurden (potenzielle PBT-Stoffe).
Darüber hinaus können alle auf dem Markt befindlichen Antikoagulantien aufgrund
von oft organnahen oder nervennahen Blutungen schweres und einige Tage dauerndes
Tierleid verursachen (PESTICIDE SAFETY DIRECTORATE UK 1997, MASON
& LITTIN 2003).

(http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/REP0106.pdf, S. 150)

In diesem Zusammenhang von "schmerzfrei"zu sprechen suggeriert also die Unwahrheit. Diese Beschoenigung ist auch im Hinblick auf § 15a Gefahrenhinweis bei der Werbung, ChemikalienGesetz problematisch. Denn dort heisst es:

Die Werbung für Biozid-Produkte darf im Hinblick auf mögliche Risiken des Produkts für Mensch und Umwelt nicht verharmlosend wirken.

Ihre Formulierung

Der im KAS Köderblock verwendete Wirkstoff Difenacoum ist das erste rodentizide Antikoagulantium der zweiten Generation. Im Gegensatz zu Bromadiolon und Brodifacoum ist das Hauptmerkmal von Difenacoum, die bescheidene Toxizität auf Nichtzielgruppen wie z. B. Katzen und Hunde. Damit ist Difenaocum für die Schädlingsbekämpfung in Stadtgebieten bestens geeignet. Ratten und Mäuse, die bereits resistent auf Warfarin oder andere Antikoagulantien geworden sind werden mit dem KAS Köderblock Difenacoum wirksam erfasst. Nach der Aufnahme verenden die Nager schmerzfrei und durch die gezielte Wirkungsverzögerung bewirkt keine Köderscheu bei anderen Nagern.

stellt in meinen Augen einen Verstoss gegen § 15a Gefahrenhinweis bei der Werbung, ChemikalienGesetz dar.

Ausserdem verbietet das ChemikalienGesetz, fuer Biozid-Produkte zu werben, ohen einen deutlich vomrestlichen Text abgehobenen Warnhinweis:

Es ist verboten, für ein Biozid-Produkt zu werben, ohne in einer sich deutlich vom Rest der Werbung abhebenden
Weise die folgenden Sätze hinzuzufügen: "Biozide sicher verwenden. Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und
Produktinformation lesen".


Mit freundlichen Gruessen, Hartmut Wittke 

 

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren der Firma KAS,

Sie bieten bei eBay u.A. Rattengift auf der Basis von Bromadiolon an. Sie schreiben in der Produktbeschreibung:

Nach der Aufnahme verenden die Nager schmerzfrei

Diese Beauptung entspricht nicht der Wahrheit. Ein Tier das jaemmerlich an inneren Blutungen krepiert, verendet nicht schmerzfrei, zumal die Wirkung von Bromadiolon von der aufgenommenen Dosis abhaengt. Richtig ist vielmehr, dass Rodentizide auf der Basis von Cumarin-Derivaten nicht unumstritten sind. So ist in Oesterreich bspw keine Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Bromadiolon zugelassen, d.h. Bromadiolon Koeder duerfen nicht im Freien verwandt werden - sofern eine Freisetzung von Bromadiolon nicht ausgeschlossen werden kann.

Das oesterreichische Bundesumweltamt bewertet Rodentizide sehr kritisch:

Die für die Praxis wichtigsten Nagetierbekämpfungsmittel – die Antikoagulantien –
sind entsprechend den vorläufigen EU-Bewertungen sehr problematisch, da entweder
Resistenzen (BIOLOGISCHE BUNDESANSTALT FÜR LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT
2006) oder umweltgefährliche Eigenschaften wie Persistenz, Bioakkumulation
und Toxizität (DGENV 2006) nachgewiesen wurden (potenzielle PBT-Stoffe).
Darüber hinaus können alle auf dem Markt befindlichen Antikoagulantien aufgrund
von oft organnahen oder nervennahen Blutungen schweres und einige Tage dauerndes
Tierleid verursachen (PESTICIDE SAFETY DIRECTORATE UK 1997, MASON
& LITTIN 2003).

(http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/REP0106.pdf, S. 150)

In diesem Zusammenhang von "schmerzfrei"zu sprechen suggeriert also die Unwahrheit. Diese Beschoenigung ist auch im Hinblick auf § 15a Gefahrenhinweis bei der Werbung, ChemikalienGesetz problematisch. Denn dort heisst es:

Die Werbung für Biozid-Produkte darf im Hinblick auf mögliche Risiken des Produkts für Mensch und Umwelt nicht verharmlosend wirken.

Ihre Formulierung

Der im KAS Köderblock verwendete Wirkstoff Bromadiolon ist das erste rodentizide Antikoagulantium der zweiten Generation. Durch seine hohe Toxizität gegenüber Nagern wobei diese auf andere Säugetiere sehr gering ist. Eine effektive Bekämfung ist weitgehend unabhängig von der Dauer der Köderaufnahme. Ratten und Mäuse, die bereits resistent auf Warfarin oder andere Antikoagulantien geworden sind werden mit dem KAS Köderblock Bromadiolon wirksam erfasst. Nach der Aufnahme verenden die Nager schmerzfrei und durch die gezielte Wirkungsverzögerung bewirkt keine Köderscheu bei anderen Nagern.


stellt in meinen Augen einen Verstoss gegen § 15a Gefahrenhinweis bei der Werbung, ChemikalienGesetz dar.

Ausserdem verbietet das ChemikalienGesetz, fuer Biozid-Produkte zu werben, ohen einen deutlich vomrestlichen Text abgehobenen Warnhinweis:

Es ist verboten, für ein Biozid-Produkt zu werben, ohne in einer sich deutlich vom Rest der Werbung abhebenden
Weise die folgenden Sätze hinzuzufügen: "Biozide sicher verwenden. Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und
Produktinformation lesen".


Mit freundlichen Gruessen, Hartmut Wittke


 

 

 

Liebe Mitarbeiter der Firma KAS,

Ihre Firma ist einer der grossen Anbieter von Rattengift bei eBay. In Ihrem Angebot 110803970927 und möglicherweise in weiteren Angeboten bewerben Sie Rattengift mit den Worten "Nach der Aufnahme verenden die Nager schmerzfrei "
Abgesehen davon, dass Ihnen da wohl ein Kopier/Einfüge Fehler im Satzbau passiert ist, möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass der
dass der § 15a Gefahrenhinweis bei der Werbung, ChemikalienGesetz verharmlosende Werbung für Biozid-Produkte verbietet:

Die Werbung für Biozid-Produkte darf im Hinblick auf mögliche Risiken des Produkts für Mensch und Umwelt nicht verharmlosend wirken.

Dies liegt aber in Ihrem Fall vor, denn "Nach der Aufnahme verenden die Nager schmerzfrei" stellt in meinen Augen eine unzulässige Verharmlosung dar.
Vielmehr kann der Tod durch Rattengift für die vergifteten Tiere sehr schmerzhaft und qualvoll sein:
Beispielsweise steht im achten Umweltkontrollbericht des österreichischen Umweltministers an den Nationalrat: "Darüber hinaus können alle auf dem Markt befindlichen Antikoagulantien aufgrund von oft organnahen oder nervennahen Blutungen schweres und einige Tage dauerndes Tierleid verursachen (PESTICIDE SAFETY DIRECTORATE UK 1997, MASON & LITTIN 2003).
Da diese Eigenschaften nicht im Einklang mit den EU-Anforderungskriterien für die
Zulassung/Registrierung von Biozid-Produkten stehen, sind Zulassungen nur auf der
Basis von Risiko-Nutzenabwägungen möglich".  (S.150)"

Die englische UFAW (Universities Federation for Animal Welfare) schreibt unter dem Titel "Guiding Principles in the humane Control of Rats and Mice" (Leit-Prinzipien in der humanen Kontrolle von Ratten und Mäusen):

"Anticoagulants kill by disrupting blood clotting mechanisms and leading to death by blood loss. Bleeding can occur externally or into the gut, tissues, body cavities, joints, and inside the skull.

Pros:  Safety: successful treatment may be possible in cases of accidental human or companion animal consumption of the rodenticide.

Cons:  Rats may show signs including weakness, lameness, and breathing difficulties, for up to about 48 hours prior to death (which in rats is typically about 3-9 days after ingesting a lethal dose). Bleeding into joint spaces and inside the skull is known to be very painful in humans and there is a concern that anticoagulants may cause this in rodents. For this reason the UK’s Pesticide Safety Directorate described this method as ‘markedly inhumane’ "
(Meine Übersetzung:

Antikoagulantien töten durch die Unterbindung von Blutgerinnungsmechanismen und führen zum Tod durch Blutverlust. Verbluten kann äusserlich oder innerlich im Darm, im Gewebe, Körperhöhlen, in Gelenken und im Schädel eintreten.
Vorteile: Sicherheit: Erfolgreiche Behandlung kann möglich sein im Fall der versehentlichen Aufnahme durch Menschen oder Haustiere.
Nachteile: Ratten zeigen Symptome wie Schwäche, Lahmheit, Atemnot für bis zu 48 Stunden bevor der Tod eintritt (bei Ratten typischerweise 3-9 Tage nach Aufnahme der lethalen Dosis(. Blutungen in Gelenken und im Schädel sind bekanntermassen sehr schmerzhaft bei Menschen und es gibt die Befürchtung, dass Antikoagulantien dieses auch bei Nagetieren bewirken. Aus diesem Grund beschreibt das "UK’s Pesticide Safety Directorate" die Methode als 'inhuman'.)

Ich möchte Sie daher bitten, in Ihren Angebotstexten auf verharmlosende Behauptungen wie den "schmerzlosen Tod" oder "Nach der Aufnahme verenden die Nager schmerzfrei" zu verzichten.

Mit freundlichen Grüssen, Hartmut Wittke