Letzte Aktualisierung: 20.03.2012

 

 

Rattengift - Warum Nicht?
Kleine Vorlage zum Ausdrucken und Verteilen als Flyer - an Nachbarn, beim Tierarzt oder wo auch immer man das möchte
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Der Text des Flyers:

Rattengift – Warum nicht?

Ratten können einen beträchtlichen Schaden anrichten und Ratten können einige sehr unangenehme Krankheiten übertragen. Wer Ratten in seinem direkten Wohnumfeld bemerkt, möchte sie meistens gerne so schnell wie möglich loswerden. Warum also kein Rattengift einsetzen?

Modernes Rattengift basiert in der Regel auf einem künstlich hergestellten Cumarin, einem Blutgerinnungshemmer. Wird dieses Gift in ausreichender Menge aufgenommen, dann funktioniert die Blutgerinnung nicht mehr und das Tier verblutet über einen Zeitraum von 4-7 Tagen innerlich und die inneren Organe werden zerstört. Die eigentliche Verblutung ist nicht mit direktem Schmerz verbunden. Die Folgeschäden im Organismus können aber für das einzelne Tier mit grausamem Leiden und erheblichen Schmerzen verbunden sein. Nervennahe Einblutungen in die Gelenke können ausserordentlich schmerzhaft sein. Auch kommt es oft zu Atemnot und blutigem Husten und das Tier leidet Erstickungsqualen. Der über einen langen Zeitraum verzögerte Tod ist bei diesen Giften beabsichtigt, damit die verbleibenden Ratten keinen Zusammenhang mit der Aufnahme vergifteter Nahrung und dem Leiden und Tod der Artgenossen wahrnehmen können. Der schleichende Tod durch inneres Verbluten, Organzersetzung und Verhungern und Verdursten – da das Verdauungssystem zerstört wird und das betroffene Tier nicht mehr in der Lage ist, sich zu versorgen – ist ein grausamer Tod, auch wenn wir davon nichts mitbekommen, weil die Tiere sich verstecken.

Das Leid, welches Ratten durch Vergiftung angetan wird, wäre normalerweise durch die Vorschriften des Tierschutzgesetzes strengstens verboten1. Weil Ratten aber als Schädlinge gelten, werden hier grosszügige Ausnahmen gemacht. Dennoch muss sich jeder, der Rattengift auslegt, Gedanken um die Folgen machen:

Auch andere Tiere als die Ratten können Schaden durch das Gift nehmen. Eichhörnchen und Vögel, Kaninchen, Hunde und Katzen sterben genauso elendig an dem Gift wie Ratten, wenn sie davon fressen. So mancher hat das Auslegen von Rattengift schon mit dem jämmerlichen Tod seines geliebten Vierbeiners bezahlt.

Rattengift hat eine lange Halbwertszeit, d.h. einmal ausgelegt bleibt Rattengift in der Natur über Monate oder Jahre eine Gefahr.

Rattengift ist sehr giftig für Wasserlebewesen.

Vergiftete Ratten stellen eine erhebliche Gefahr für kleine Räuber dar. Es kann zu schweren Sekundärvergiftungen kommen.

Die als Rattengift verwendeten Wirkstoffe sind hochgiftig und stellen auch für die eigene Gesundheit eine Gefahr dar.

Das allerbeste Mittel gegen Ratten ist noch immer die Vermeidung: Lebensmittel und Müll sollten nicht offen zugänglich gelagert werden, Lebensmittel gehören nicht auf den Kompost. Offene Keller, angelehnte Türen, Maueröffnungen sind für Ratten eine freundliche Einladung, das Haus zu betreten und sich zu bedienen. Futterstellen für Vögel oder Hunde und Katzen werden natürlich auch von Ratten gerne aufgesucht – wenn es das Futter schon umsonst gibt, wer würde da schon nein sagen.

Wenn Vermeidung nicht hilft, sollte man Rat vom Fachmann einholen. Das eigenverantwortliche Auslegen von Rattengift kann man in keinem Fall empfehlen.

1Das Tierschutzgesetz verbietet in §3 „einem Tier Futter darzureichen, das dem Tier erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden bereitet". Weiterhin sagt das Tierschutzgesetz in § 4: „Ein Wirbeltier darf nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden."
Für die Schädlingsbekämpfung werden Ausnahmen gemacht, aber „Ein Wirbeltier töten darf nur, wer
die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat."