Letzte Aktualisierung: 26.04.2013

 

 

 

Zum Thema Fallen gibt es natürlich auch eine ganze Menge zu sagen. So können Schlagfallen unter Umstgänden das Tier nicht richtig treffen und nur schwer verletzen anstatt das Tier zu töten. Lebendfallen scheinen auf den ersten Blick humaner, aber natürlich ist bei einem Lebendfang einer total verängstigten Wildratte die Frage zu beantworten, wohin mit dem Tier. Das ist nicht ganz einfach, denn Ratten einfach irgendwo auszusetzen kann für das Tier, das sich in einer wildfremden und evtl. ungeeigneten Umgebung wiederfindet, auch sehr hart sein, denn entweder ist die Aussetzstelle eventuell gar nicht geeignet oder sie ist bereits von einer fremden Population bewohnt. In letzterem Fall hat die ausgesetzte Ratte es sehr schwer, denn sie gehört nicht zu der Population und Rattenrudel verteidigen ihr Revier heftig gegen fremde Eindringlinge. Dies kann durchaus zum Tod der ausgesetzten Ratte führen.

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz schreibt zu diesem Thema:

« Beim Einsatz von Fallen zum Tierfang können tierschutzrelevante Fehler auftreten. Die häufigsten
sind: 
•  Fänge von Tieren, die nicht gefangen werden sollten (Fehlfänge).
•  Verletzung der Tiere durch Fehlfunktion/Fehlbedienung der Fallen.
•  Stress von Tieren nach Fang in Lebendfallen z. B. durch zu langes Verweilen in der Falle. 
•  Unsachgemäßes Töten von lebend gefangenen Tieren.
•  Leiden und höchstwahrscheinlicher Tod durch Freilassen von lebend gefangenen Tieren ab‐
seits  vom  Fangort.  Ein  beliebiger  Ort  wird  i.d.R.  nicht  das  adäquate  Biotop  (Nahrung,  De‐
ckung usw.) darstellen. Sollte er jedoch geeignet sein, dann ist er i.d.R. schon besiedelt und
dann ist bei sozial und territorial lebenden Tierarten mit heftigen Kämpfen zu rechnen, die
aber in aller Regel mit dem Tod eines der Kontrahenten enden. Ist er nicht besiedelt, fehlen
sozial lebenden Tieren die vertrauten Artgenossen. »

(Quelle: Stellungnahmme der TVT zum Thema Fallen für Warmblüter)

 

Für Fallen stellt die TVT daher die folgenden Forderungen auf:

« Forderungen:
Die im Handel befindlichen Fallentypen müssen in der Funktionsweise ebenso tierschutzgerecht sein
wie deren Einsatz. Dazu  werden bundesweit einheitliche gesetzliche Regelungen zum Einsatz von
Lebend‐ und Totfangfallen  gefordert:
•  Bauartprüfung von Fallentypen durch unabhängige Institutionen und amtliche Zulassung. 
•  Verbot des Verkaufs, Erwerbs und Einsatzes von nicht zugelassenen Fallen. 
•  Totfangfallen müssen so beschaffen sein, dass der Bewusstseinsverlust oder Tod  unmittelbar
mit dem Fangereignis eintritt.
•  Außerhalb  des  häuslichen  Bereiches  müssen  Fangereignismelder  vorhanden  sein,  die  Sta‐
tusmeldungen  wie  Auslösung,  Betriebsbereitschaft  und  niedrige  Akkuspannung  zuverlässig
anzeigen. Die Falle muss längstens 2 Stunden nach der Meldung aufgesucht werden. Fanger‐
eignismelder sind nicht notwendig bei Bisamfallen oder wenn die Fallen unter ständiger per‐
sönlicher Überwachung sind und gefangene Tiere unverzüglich entnommen werden.
•  Im häuslichen Bereich müssen Fallen nach jeweils höchstens 8 Stunden kontrolliert werden.
•  Lebendfangfallen dürfen aus Tierschutzgründen nur abgedunkelt oder geschlossen verwen‐
det werden um Verletzungen und Stress so weit als möglich zu vermeiden. Sollte nach dem
Lebendfang eine Tötung notwendig sein, hat diese tierschutzkonform, d.h. schnell und unter
Vermeidung von Schmerzen und Leiden, zu erfolgen. Diese Bedingungen sind durch Schuss
oder Kopfschlag erfüllt.

Lebendfangfallen für den Fang von Ratten oder Mäusen im häuslichen Bereich dürfen bei der
Bauartprüfung nicht zugelassen werden, da die Anwender i.d.R. keine ausreichenden Kennt‐
nisse und Fähigkeiten zur Tötung besitzen und ein Aussetzen an anderem Ort bei diesen sozi‐
al und territorial lebenden Tieren in jedem Fall zu Leiden und höchstwahrscheinlich zum Tod
führt. 
•  Eine regelmäßige technische Kontrolle („Fallen‐TÜV“) muss für Totfangfallen außerhalb des
häuslichen Bereichs im Zweijahresabstand eingeführt werden. Dabei müssen die Funktions‐
fähigkeit  und  die  Klemmkraft  überprüft  werden.  Die  Überprüfung  der  Fallen  im  jagdlichen
Bereich könnten die Jagdverbände übernehmen.
•  Verkauf von Fallen nur an und Einsatz von Fallen nur durch Personen mit Fachkundenach‐
weis. Die Fachkunde umfasst ggfs. das Töten von Wirbeltieren, zum Fachkundenachweis sie‐
he unten.
•  Fallen außerhalb des häuslichen Bereichs (z.B. von Jägern und professionellen Schädlingsbe‐
kämpfern), müssen registriert und dem Besitzer eindeutig zuzuordnen sein.
•  Totfangfallen im jagdlichen Bereich dürfen nur in geschlossenen Räumen, Fangbunkern oder
Fanggärten, in denen die Falle nach oben verblendet ist, aufgestellt werden.  »

(Quelle: Stellungnahmme der TVT zum Thema Fallen für Warmblüter)