Letzte Aktualisierung: 16.07.2012

 

 

Unsortierte Links und Bemerkungen

 

Das "Julius Kühn-Institut" (Bundesforschungsinstitut für Nutzpflanzen) hat eine recht interessante Veröffentlichung zum Thema "Andere Länder – andere Sitten? Feldnagermanagement in tropischen Entwicklungsländern von J. Jacob"

Zitat:

"Wenn Schäden durch Nager auftreten oder zu befürchten sind, werden die Nagetiere meist mit
Rodentiziden oder Fallen bekämpft (...). Beide Methoden sind unspezifisch und nicht-
Zielarten können zu Schaden kommen. Mangelnde Spezifität von Management-Techniken ist auch
problematisch, weil nicht alle Nager Schädlinge und manche Nagetierarten selten und gefährdet sind. Bis auf wenige Ausnahmen sind in Landwirtschaftsgebieten weltweit nur etwa 5-10% der vorkommenden Nagetierarten für erhebliche Ernteschäden verantwortlich (...).
Selbst Schadarten haben wichtige Funktionen im Agro-Ökosystem. Sie sind die Hauptnahrung für viele
Prädatoren wie z.B. die Schleiereule Tyto alba und tragen zur Bodenbelüftung, -düngung und Samenverbreitung bei (...). Die verlassenen Baue der Nagetiere werden von anderen Tieren als Unterschlupf genutzt (...)."

Hier wirkt der massive Rodentizid Einsatz sowohl als Gefährdung der Menschen und des Ökosystems. Es ist nicht zu vernachlässigen, dass Nagetiere nicht nur als Schädlinge aufzufassen sind, sondern eben auch durch die Jagd auf Insekten, den Tunnelbau u.s.w. u.s.f. als Nützlinge zu betrachten sind. Je industrialisierter und rationeller eine Bewirtschaftung wird, desto mehr gerät diese Nützlichkeit für ein Ökosystem aus dem Blickwinkel, weil eben auch das gesamte Ökosystem aus dem Blickwinkel gerät. Ein nachhaltiges Wirtschaften hingegen räumt jedem Lebewesen seinen eigenen Platz in dem Gefüge ein - ein Nagetier ist hier nicht nur Schadnager, sondern eben auch ein Nützling. Interessant liest sich auch das folgende Zitat, dass die Aussage enthält, dass ein Schädlingsproblem überhaupt erst mt einer extensiven Wirtschaftsweise entstehen oder zumindest forciert werden kann:

Zitat:

"Neben den eigentlichen Ernteverlusten und den Vorratsschäden ist ein weiterer Aspekt zu
berücksichtigen. Wenn die Anzahl der Pflanzperioden von 2 auf 3 ausgeweitet wird, steigen die
Nagerschäden stark an, weil die Brachezeit zwischen den Pflanzperioden zu kurz wird, um den
Schadnagerbefall durch Nahrungsentzug/Räuberdruck spürbar absinken zu lassen. Deshalb wird von den Landwirten häufig auf die dritte – technisch mögliche Pflanzperiode – verzichtet. Dieser Verlust wird in der Regel bei Schadensschätzungen nicht berücksichtigt."

Indem der Mensch für immer kürzere Anbaufolgen sorgt, sorgt er eben auch für eine Konstanz des Nahrungsangebots für die "Schadnager".

Manchmal gibt es aber auch erfreulich einfache Massnahmen. Über Tonga wird bspw. berichtet, dass der Nageschaden an Kokosnüssen bis zu 80% der Ernte betrifft:

"Speziell zum Schutz von Kokospalmen vor Nagerschäden eignen sich Metallmanschetten, die an den
Stämmen angebracht werden und den Ratten den Zugang zu den Kokosnüssen unmöglich machen
(...). Diese Manschetten halten mehrere Jahrzehnte und verhindern nachhaltig Nageschäden
(...)."