Letzte Aktualisierung: 27.03.2012

 

 

Die Sache mit Gott - wie ich sie sehe....

Also, Gott ist also auf die Erde gekommen. Er ist als Mensch gekommen aus Fleisch und Blut wie Du und ich und Schweine und Ratten.


Dabei war er aber so schizophren, dass er permanent zu sich selber beten musste. Jesus ist Gott - Sohn und Vater, menschgewordener Gott, der vorsichtshalber mal zu sich selber als Gott betet, denn - so lernen wir ja auch: Es gibt nur einen Gott. Die Menschen waren im Grossen und Ganzen von seiner Idee, dass man auch nett zueinander sein koennte, nicht besonders angetan. Die Mächtigen witterten Revolte und so endete Gottes Anwessenheit auf Erden wie sie einfach enden musste: Gott wurde von seiner eigenen Schöpfung gefoltert und ermordet.


Doch anstatt jetzt mal in sich zu gehen und diesen Gottesmord und alle seine Konsequenzen mal kritisch zu reflektieren, fanden sich ein Haufen Leute, die einen persönlichen Vorteil versprachen und deuteten die ganze Geschichte mal eben um. Dass Gott seine Liebe zu den Menschen dadurch gezeigt habe, dass er sich von ihnen hat umbringen lassen  Dass der Gott, der von uns aufs Schmählichste verleugnet, verraten und schliesslich beseitigt worden ist, dass alles erduldet hat, um uns von unseren Sünden reinzuwaschen.

 

Wenn man die Geschichte nimmt, so wie sie passiert ist, dann stimmt das natürlich gar nicht. Der Mensch hat sich über seinen von ihm selbst geschaffenen Gott erhoben, in dem er ihn kurz und schmerzvoll um die Ecke gebracht hat. Klarer und deutlicher kann man ja wohl seine Meinung über jemanden nicht kundtun. Aber statt sich jetzt seiner Tat so schämen und vielleicht mal ein wenig Reue an den Tag zu legen, verdrehen wir die Tatsachen mal eben so, dass wir super gut damit dastehen. Wir machen eine Geschichte der Hoffnung daraus, lobpreisen den Herrn dafür, dass er sich hat von uns killen lassen, statt dass wir ihn ernst genommen hätten.


Wie waers mal mit folgender Interpretation: Gott hat eines sonnigen Tages beschlossen, sich unter die Menschen zu begeben und ihnen ein wenig Manieren beizubringen, da er es leid war, zu sehen wie barbarisch man miteinander umzugehen pflegte. Damit er besser zu den Menschen reden könne, kam er in Gestalt eines Menschen zu uns. Viele zweifelten das an, was er zu sagen hatte, einige waren aber auch bereit, sich seine Gedanken über das Zusammenleben anzuhören. Durch das was er uns erzählen hatte, trat er aber einigen machtgeilen Personen gewaltig auf die Füsse und prompt sahen diese ihre Pfründe in Gefahr und ihre Macht in Frage gestellt. Also konstruierte man kurzerhand ein paar Anklagepunkte, machte Gott nochmal gewaltig lächerlich und liess ihn am Kreuz verrecken. So gesehe, war die Anekdote "Gottes Anwesenheit unter den Menschen" aus seiner Sicht ein gewaltiger Reinfall und aus nachvollziehbaren Gründen hat er sich seitdem auch nicht wieder blicken lassen, sondern uns fortan unseren Scheiss alleine machen lassen. 

 

Wir haben fortan wie gewohnt weiter gemacht, uns tüchtig gegenseitig bekämpft, Leute wegen ihrer anderen Ansichten verfolgt und die Techniken zum gegenseitig Ausbeuten und Umbringen bis zur Perfektion verfeinert. Konsequenterweise fahren wir in unserer Unbelehrbarkeit gerade munter den ganzen Planeten vor die Wand und weil wir ja eh alles falsch verstanden haben, glauben wir dabei auch noch gottgefällig zu handeln.

 

Das ist das Schöne, wenn man die Interpretationshoheit hat. Der Gott, den wir selbst erfunden haben mit all dem, was wir ihm in den Mund gelegt haben, ist natürlich in unserer Wahrnehmung hoch zufrieden mit uns, stolz wie nur irgendein Papa auf seinen plärrenden und sabbernden Spross, denn er hat uns ja sooo lieb, dass wir ihn sogar zwecks Vergebung unserer Sünden an ein Kreuz nageln durften.

Wie blind, unlogisch und unrealistisch muss man eigentlich sein, um an einen lieben, allmächtigen Gott zu glauben?

Die Sache ist doch denkbar einfach: Entweder  Gott ist nicht lieb, oder Gott ist nicht allmächtig. Wäre er lieb und allmähtig, dann könnte er unmöglich dieses ganze Elend geschehen lasse: Kinder, die verhungern; Tiere, die bestialisch gequält werden; Kriege, in denen tausende Menschen aufs jämmerlichste krepieren; Krankheiten, unter denen Menschen ihr gesamtes Leben lang leiden und so weiter und so fort.

Wenn er also nicht lieb ist, dann können wir es uns und ihm aber auch ersparen, wegen unserer persönlichen Belange bei ihm herumzubetteln. Es wird ihn in Anbetracht weit schlimmeren Übels wohl -gelinde gesagt- einen Scheissdreck interessieren, ob wir ihn um unser tägliches Brot oder sonstwas für Kleinkram anbetteln.

Wäre Gott allmächtig, so könnte er den unschuldigen Opfern ihre Qualen ersparen und wenigstens die allerschlimmsten Missstände einfach abschaffen. Andersherum, wenn er wirklich lieb sein sollte, kann er nicht allmächtig sein. Wenn er die Missstände beseitigen will, aber nicht kann, dann brauchen wir ihn aber erst recht nicht mit unserem Kleinkram zu nerven. Wenn er schon daran scheitert, Hungersnöte, Kriege, Seuchen, Naturkatastrophen zu verhindern, dann kann er erst recht nicht irgendwelche kleingeistigen Wünsche für unser mickriges Dasein erfüllen.


Diese offensichtliche Problem haben natuerlich auch einige schlaukopferte Gottesinterpretierer erkannt. Daher wird uns erzählt, die Wege des "Herrn" seien nunmal fuer uns nicht verstehbar und er stelle uns auf die Probe. Hallo? Alles klar? Wie stellt Gott denn bitte ein Kleinkind auf die Probe, das nicht-lebensfähig schwerstbehindert auf die Welt kommt? Wie stellt er bitte ein Kleinkind auf die Probe, das kaum auf der Welt, schon an Durst oder Hunger verreckt? Die Leiden der Tiere, gequält, fehlernährt, eingesperrt, geschlachtet, gehäutet, erstickt zu werden, brauche ich hier gar nicht anzuführen, da Tiere bekanntlich eh keine Seele haben und als pure Dreingabe von Gott fuer den Menschen geschaffen worden sind. Eine harte Probe ist es sicher auch, wenn ein Kind steinreicher Menschen in Überfluss und obszönem Luxus gross wird. Schon hart, welches Schicksal einigen Menschen zugedacht worden ist....


Gottes Plan ist ein solch hanebüchener Unsinn und Wirrwarr, dass man nicht nur an seiner Liebe und Allmacht, sondern auch an seinem Verstand zweifeln sollte.

 

 

Interessantes zur christlichen Religion und Tieren bei rageandreason.de

 

Interessant ist die Interpretation des christlichen Glaubens bei ADAPTT: hier, dann "The Bible, Jesus, and Veganism" wählen. Nun, da muss man nicht unbedingt derselben Meinung sein, aber interessant ist es schon....