Letzte Aktualisierung: 28.09.2012

 

 

Mir fehlen die Worte....

 

Mir fehlen die Worte. Das ist schon fast ein Dauerzustand. Wie soll man auch das, was in der Welt geschieht, noch mit Worten kommentieren. Selbst die Flüche gehen mir aus. Und es gäbe so vieles, über das ich von Herzen gerne fluchen würde. Die Welt strotzt vor Ungerechtigekeit. 18.000 Kinder verhungern täglich und wir schlagen uns mit Übergewichtsproblemen herum. Wer arm geboren wird, hat beste Chancen, arm zu bleiben, bis man ihn verscharrt. Unsere Regierenden sind gekauft. Prostituierte des Kapitals. Sie belügen und betrügen uns nach Strich und Faden. Spielen den Reichen immer grösseren Reichtum zu und sagen den Armen, sie könnten dankbar sein, wenn für sie auch einmal ein paar Brosamen abfallen.  Die Finanzwirtschaft ist über Jahre bestens bedient worden und das Gros der Leute, die ihr Leben lang gearbeitet hat und alle Sozialversicherungsleistungen geleistet hat und immer weniger für immer mehr Arbeit verdient hat, wird im Alter heftig zu knappsen haben, wenn nicht gar in mehr oder minder bitterer Armut leben müssen.
Tiere werden gequält. Nicht genug damit, dass wir sie töten um sie aufzufressen. Wir machen ihnen das Leben zu Hölle. Sperren sie komplett reizreduziert in viel zu kleine Käfige und Boxen, rauben ihnen ihre Bewegungsfreiheit, ihre Neugier, halten sie fern von der Natur, deren Bestandteil sie doch schliesslich sind. Sie müssen zwischen Stahl und Beton dahinvegetieren, werden geschunden, mit Dingen gefüttert, die sie in Freiheit nicht essen würden. Sie werden verletzt, verstümmelt, ihres Soziallebens beraubt, ausgemergelt und ausgebeutet, an der Bewegung gehindert, damit ihr Fleisch zart bleibt und dann werden sie gemeuchelt, zerlegt, verarbeitet, gefressen. Wir ermorden jährlich rund 3.5 Millionen Grossrinder, 320.000 Kälber, 58 Millionen Schweine, fast 2 Millionen Schafe und Ziegen, Geflügel wird gar nicht mal  mehr nach Individuen (über 600 Millionen) sondern nur nach Gewicht gezählt. Damit morden wir ein vielfaches der Einwohnerzahl unseres Landes jährlich dahin. Jedes Tier hat in seinem kurzen Leben leiden müssen. Deutschland hat im Europa-weiten Vergleich den mit Abstand höchsten Antibiotika-Einsatz, was auch daran liegt, dass die Tiere unter katastrophalen Umständen zusammengepfercht werden.

3 Millionen Tiere werden alleine in Deutschland in Tierversuchen gequält, verstümmelt, vergiftet, zerschnippelt. Jedes Tier mit dem Wunsch zu leben, Nachkommen zu haben, Freude am Dasein zu empfinden, das Leben zu geniessen. Nicht mit gezählt bei den 3 Millionen sind die Tiere, die überproduziert werden, die getötet werden um an ihren Organen herumzuexperimentieren. Eine enorme Dunkelziffer deren sichtbarer Teil die 3 Millionen registrierten Tierversuchsopfer sind.
Die unnützen männlichen Küken, gerade frisch geschlüpft, werfen wir in Schredder, wobei unklar ist, ob dieses Schicksal gnädiger ist, als als Legehuhn ausgebeutet zu werden. Und weil uns ja durchaus klar ist, dass die sogenannte Kleingruppenhaltung ein tierquälerischer Skandal ist, wird sie auch schon spätestens 2025 beendet werden. Die ach so tierfreundlichen Agrarindustriellen bestehen allerdings auf ein Ende erst 2035, wenn es uns bis dahin noch gibt. Eieressen istbein Verbrechen.
Wir führen einen Ausrottungs- und Vernichtungskrieg gegen die Meereslebewesen.. Das Leiden der Wasserlebewesen wird von uns in aller Regel noch nicht einmal zur Kenntnis genommen. Es gibt keine offiziellen Zahlen über die getöteten Individuen. Es wird nur eine Tonnage unseres Vernichtungsfeldzugs registriert...  Unsere prostituierten Politiker, die sich an die nächstbeste Lobby verkaufen, können sich nicht einmal darüber einigen, sogenannten Beifang - also aus schierer Gier zuviel getötete Tiere - nicht einfach wieder ins Meer zu werfen.
Die Feldfrüchte, die wir nicht dazu verschwenden, Tiere damit zu füttern, um ihr Wachstum damit zu unterhalten, damit wir sie später ermorden, zerstückeln und fressen können, die Feldfrüchte, die wir nicht selber fressen können, weil unsere exzessive Düngung und die Komplettnutzung des Bodens zu zu hohen Erträgen führt, verarbeiten wir zu Energieträgern, lassen sie also verfaulen um daraus Gas zu erhalten oder raffinieren sie zu Sprit, um die Autos zu betanken, deren Verbrauch wir einfach nicht reduzieren, obwohl wir inzwischen wissen, wie endlich und knapp die Resourcen sind, die wir zum Fenster hinaus verbraten. Jeder muss den Gegenwert von 60-100 Pferden minimal zur Verfügung haben, um sich von A nach B zu bewegen, selbst wenn der Ausflug nach B völlig überflüssig ist. Wir haben in knapp 200 Jahren den Planeten völlig verdreckt, der bis zum heutigen Tag runde 5 Milliarden Jahre gebraucht hat, um alles das was um uns ist, hervorzubringen. Wir haben den Planeten mit einer Schicht aus Plastik überzogen, das Jahrhunderte brauchen wird, bis es mal wieder zerfallen ist. Wir haben den Planeten vergiftet, verwüstet, vertrocknen lassen, wir haben uns nach allen Regeln der Kunst selbst die Lebensgrundlage vernichtet. Wir haben Atolle weggesprengt um die Sprengkraft von Atom- und Wasserstoffbomben auszuprobieren. Wir haben grosse Gebiete radioaktiv verseucht, in Gift erstickt, gerodet, verödet, vergiftet, verbrannt. Verdient hat daran vor Allem ein verschwindend geringer Teil der Menschheit, während sich die überwältigende Mehrheit krumm geschuftet hat, um den Reichtum der Wenigen zu erschaffen. Wir gehen mit dem Planeten um, als wenn wir noch ein paar davon auf Vorrat hätten. Der alte kaputt? Macht nix, kommt halt ein neuer an die Reihe.
Es werden Kriege geführt. Als Grund werden uns gerne humanitäre Absichten dargelegt, aber es sind immer dieselben, die aus solchen Kriegen als die noch reicheren Gewinner hervorgehen. Wir beliefern despotische Regimes, die jede Demokratisierung im Keim ersticken, mit Panzern, Gewehren und anderen Waffen aller Art. Es geht immer nur um den Zugang zu Rohstoffen, zu Märkten, zu Arbeitskräften und um deren Unterwerfung. Es geht um das Anhäufen von Reichtum einiger weniger. Es geht um Macht, Macht und nochmal Macht. Von Freiheit ist die Rede, gemeint ist immer nur die Freiheit, andere auszubeuten, Eigentum zu erwerben, anderen das Land zu nehmen, Geld zu horten.
Es wird einem Land, das sich nicht in die kapitalistische Weltwirtschaftsordnung unter Führerschaft der USA fügen will, unverhohlen mit Krieg gedroht. Ungehemmt und unverklausuliert wird öffentlich diskutiert, wann USA und Israel kriegerisch über den Iran herfallen werden - es geht schon lange nicht mehr um Legitimität und die Frage 'Ob' oder um  Rechtfertigung. Es geht um das 'Wann' und 'Wie'. Wenn dann der gewählte, legitime Präsident des Iran vor den vereinten Nationen über diese Weltpolitik redet, dann bleiben genau die Kriegstreiber der Rede fern. Und beschuldigen den Iran der Aggression. Auch der deutsche Aussenminister bleibt der Rede fern.  Es werden Länder willentlich destabilisiert, Konfliktparteien, die sich bereits offen bekriegen, werden mit Waffen beliefert. Es werden Kriminelle finanziert, die in anderen Ländern die Bevölkerung terrorisieren. Zum Wohle und zum Reichtum der eigenen Eliten. Wenn sich ein Land oder eine Gesellschaft gegen die kapitalistische Verwertungslogik stellt, wird die Gesellschaft solange in die Knie gezwungen, mit Sanktionen, mit Bomben, mit (Staats-)Terrorismus, bis sich die Gesellschaft dem globalen Diktat der Wenigen unterwirft.
Wer das Geld hat, hat die Macht und wer die Macht hat, beugt das Recht. Geopolitische Machtkalküle behandeln die einzelnen Menschen wie Dreck, den man bald hierhin, bald dorthin fegen kann. Die Wünsche, Sehnsüchte, Bedürfnisse, ja selbst der Hunger und Durst des Einzelnen sind völlig egal. Es ist nicht der Mensch als solches, der im Mittelpunkt der Politik steht. Wir rechnen höchstens in Stückzahl, lieber noch in Tonnage und andere Menschen sind uns höchstens Verfügungsmasse.
Wenn ein Mensch geboren wird, tritt er in eine Welt, in der bereits alles irgendjemandem gehört. Die Wahrscheinlichkeit, dass es die eigenen Eltern sind, denen viel gehört, ist relativ gering. Wahrscheinlicher ist, dass der junge Mensch in eine Welt geboren wird, in der ihm nichts oder nur sehr weniges gehört und für die allermeisten wird das auch bis zu ihrem Tod so bleiben. Das ist die Freiheit der grossen Masse, frei von Besitz zu sein.

 

Ich bin extrem unzufrieden mit allem, wie es ist. Die Gesellschaft in der wir leben, ist ein kalter und herzloser Haufen Menschen, in dem jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Viele, die Mehrheit ist einfach zu dumm, um die Tragweite des eigenen Handelns auch nur im Ansatz abzuschätzen. Oder es ist ihnen egal. Es ist ihnen egal, was aus den anderen wird, es ist ihnen egal, wie mit Tieren umgegangen wird, es ist ihnen egal, dass wir den Planeten verwüsten. 100.000 Jahre Menschheitsgeschichte haben uns an den Rand der Selbstauslöschung gebracht, in eine Situation, in der es mit uns einfach nicht mehr so weiter gehen kann. 100.000 Jahre Menschheitsgeschichte haben gezeigt, dass der Mensch nur zu Raub, Mord, Bereicherung, Diebstahl und Verwüstung in der Lage ist. 100.000 Jahre haben gezeigt, dass sich der Mensch stets auf Kosten anderer zu bereichern sucht. Und wir glauben an den Fortschritt, an Wachstum, in der Hoffnung, dass noch weiteres Wachstum uns einzelnen vielleicht einen Teil des Kuchens zukommen lassen wird, der am Ende aber doch nur unter wenigen verteilt werden wird. 100.000 Jahre Menschheitsgeschichte haben uns gezeigt, dass der Mensch nur gerecht ist, wenn er zur Gerechtigkeit gezwungen wird. Entfällt der Zwang zum Teilen, der Zwang sich sozial zu verhalten auch nur für eine kurze Zeit, dann zeigt sich die Bestie in ihrer vollen Widerwärtigkeit und überzieht seinesgleichen mit Raub und Zerstörung, mit Mord und Totschlag. Wir sind in einer Situation angekommen, in der wir die technischen Möglichkeiten hätten, unser Schicksal zum Guten zu wenden, aber die grössten Räuber, Verbrecher und Mörder, diejenigen, die sich am skrupellosesten auf Kosten der anderen bereichern sind unsere politischen und wirtschaftleichen Führer. Für sie gibt es kein Morgen, es gibt nur das Jetzt, es gibt nur die Beute, es gibt nur die Anhäufung von Reichtum. Sie kennen Moral nur als Werkzeug um andere gefügig zu machen. Um ihren beispiellosen Eroberungs- und Zerstörungsfeldzug abzusichern. Sie zwingen uns ins Joch und sind perfide genug uns dieses Schicksal selber wählen zu lassen.

 

Wir benutzen das Wort 'human' um menschliches zu bezeichnen. Dieses Wort ist positiv konotiert. Wir töten human, quälen human, verwüsten human, rauben human, plündern human und sind Humanisten. Wie las ich neulich doch so schön? Deutsch, die Sprache der Dichter und Denker und der Fleischereifachverkäuferinnen. Deutschland, das Land der Richter und Henker. 

 

I look inside myself and see my heart is black
I see my red door and it has been painted black
Maybe then I'll fade away and not have to face the facts
It's not easy facing up when your whole world is black