Letzte Aktualisierung: 20.03.2012

 

 

 

Zahlen, grosse Zahlen

Individuen und Begriffe verschwinden hinter unfassbaren Zahlen. Zahlen verfremden, abstrahieren das Einzelschicksal, wir haben jeden konkreten Begriff davon verloren, was unser Tun und Handeln bewirkt.

 

Staatshaushalte, Vermögen, ermordete und von uns gefressene Tiere werden in Zahlen gezählt, gemessen und ausgedrückt, deren Grösse sich unserer Erfahrung und unserem Begreifen komplett entziehen. Während wir in Grössenordnungen von wenigen Hundert erfassen und denken können, ist eine Zahl von rund 500.000 offiziell und jährlich in Deutschland in Tierversuchen gequälter und ermordeter Ratten eine im wahrsten Sinne des Wortes unfassbare Zahl. Beziehungen können wir nur zu Individuen oder zu kleinen Gruppen aufbauen, verstehen und begreifen.

500.000 ist nicht vorstellbar, nicht fassbar, nicht begreifbar. Wir rd. 80 Mio Deutschen ermordeten 2007 rd. 53.3 Mio Schweine um sie aufzufressen. Kennt denn jemand heutzutage noch ein Schwein?

Haben wir auch nur im Ansatz noch einen Begriff von den Lebens- und Sterbebedingungen der Tiere, die wir in unbegreifbarer Anzahl ausbeuten, ermorden und auffressen. Wir kennen i.d.R. nur das Schnitzel auf dem Teller, die Wurstscheibe mit Lächelgesicht, die gewürfelten Stücke Huhn oder Fisch.

Es fällt uns nicht als unsäglich zynisch auf, wenn Schlachterwerbung von einem lächelnden Schweinchen geziert wird. Kühe sind lila, Schweine lachen, bevor sie filettiert werden und Hühner laufen gackernd über den Wiesenhof.

Der Wiesenhof besteht aus Drahtgitter und hat die Groesse eines Blatts Papier. 2005 wurden in Deutschland pro Kopf 60Kg Fleisch "verbraucht", davon ca. 10Kg Geflügel. Zahlen haben keine Gesichter, Zahlen leiden nicht an Schmerzen, Zahlen, Zahlen, Zahlen....

Zuständig für den Tierschutz ist die Agrar-Ministerin, der Bock hütet die Salatköpfe und der Bankräuber bewacht die Bank.
Zahlen sind ein Mass unserer Grausamkeit, Leistungskenndaten unserer Vernichtungseffizienz.