Letzte Aktualisierung: 20.09.2012

 

 

Zur Grillsaison

Es gibt kein Fleisch. Es gibt nur tote Tiere. Getötete Tiere. Gequälte, ermordete Leiber, die nach einem kurzen, unerfreulichen aber hocheffizienten Leben soviel Körpermasse gebildet haben, dass sie in eine Tötungsfabrik gefahren werden konnten, wo sie getötet und zerstückelt wurden. Damit wir nicht begreifen, dass leidensfähige Lebewesen gequält und gefressen werden, werden die Tierleichen ihres letzten bisschens Individualität beraubt, indem wir nicht von Kuh, Kalb, Rind oder Schwein, Pute oder Hähnchen reden sondern von "Fleisch", das von "Nutztieren" "gewonnen" wird. Fleisch kommt aus dem Fleischbergwerk, ist ein gänzlich abstrakt gewordenes Lebensmittel, wir sehen nicht mehr die Tiere, die mal das "Fleisch" waren. Lebewesen, die nach Glück strebten, die spielen wollten, die miteinander leben wollten, die Beziehungen zu anderen Lebewesen hatten und haben wollten. Lebewesen, denen wir mit unserer industriellen "Fleischerzeugung" das bisschen Leben geraubt haben, das sie sich gewünscht hätten. Jedes Stück Fleisch war mal ein Stück Lebenskraft. Fleisch ist millionenfaches Unglück.